Ein Appell an die Höflichkeit

Appelle an die Höflichkeit

(Angesichts der Ereignisse der letzten Tage sollte ich wohl eher einen Post namens Ein Appell an die Menschlichkeit schreiben. Allerdings habe ich noch keine Erfahrung damit, über solch ernste Themen zu schreiben und halte mich deshalb zurück.)

Es ist Abend und ich ärgere mich immer noch darüber, was heute morgen vorgefallen ist. Nichts gravierendes, nichts furchtbares, aber trotzdem etwas, das nur allzu oft passiert und ich mich jedes Mal frage, wo die Höflichkeit geblieben ist.

Als ich in England gelebt habe, war die Höflichkeit der Menschen für mich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Es war immer ein „übertriebenes“ Bitte, Danke, Would you mind. Man entschuldigte sich fast schon dafür, dass man eine Person überhaupt ansprach. Nach einer Weile wurde es aber ganz normal und kam mir weder übertrieben noch gewöhnungsbedürftig vor. Es war einfach die Umgangsform der Menschen. Wieder zurück in Deutschland erlebte ich mein blaues Wunder. Böse dreinblickende Menschen, kein How are you, keine großartigen Höflichkeitsformen. Das war anders, aber nach einer Weile auch wieder ok. Ich habe mich wieder angepasst, bin wahrscheinlich auch nicht immer der höflichste Mensch und freue mich, wenn andere direkt zum Punkt kommen. Es gibt allerdings eine Sache, die mich jedes Mal ärgert:

Appell an die Höflichkeit

Ich stand in der Umkleide des Fitnessstudios und wollte gerade meine Sachen aus der Sporttasche räumen. Da kam ein Mädchen rein und rannte mich fast um. Erschrocken sagte ich mit einem Lächeln „Oh, hi!“. Sie schaute stur an mir vorbei und grüßte nicht zurück. Stattdessen drängte sie sich an mir vorbei zu ihrem Spind, der direkt hinter mir war. Weder hatte sie Kopfhörer an, noch war sie taub – was sich herausstellte als sie kurz telefonierte. Ich ärgerte mich fürchterlich, denn:

  1. Man entschuldigt sich, wenn man fast in jemanden reinrennt
  2. Man grüßt, wenn man einen Raum betritt und sieht, dass dort eine andere Person ist
  3. Man sagt wenigstens Hallo zurück, wenn jemand anderes einen grüßt
  4. Man tut nicht so, als würde eine Person nicht existieren, die man gerade fast umgerannt hat und die einen nett grüßt

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass sie es auch nicht für nötig hielt, Tschüss zu sagen, oder? Ich weiß nicht, wie das bei euch im Fitnessstudio ist, aber bei uns ist ein Hallo und Tschüss einfach üblich. Vielleicht bin ich etwas empfindlich, was das angeht und vielleicht ist das noch ein Stückchen England in mir, das mich zu so einer empfindlichen Person macht. Aber ich finde, es ist einfach gutes Benehmen zu grüßen und sich zu verabschieden.

Was will ich mit diesem Post sagen? Seid nett! Sagt Hallo und Tschüss, denn eure Mitmenschen werden sich freuen. Freundlichen Menschen begegnen andere auch gleich viel freundlicher: Wer der Welt entgegen lächelt, dem wird sie auch ein Lächeln schenken.

In diesem Sinne: Schenkt euren Mitmenschen ein Lächeln und denkt daran, Hallo zu sagen.

Welche Situationen bringen euch so richtig auf die Palme?

Tschüss! Eure Anni

Dir gefällt mein Post? Folge mir auf  Bloglovin’ und bleibe immer auf dem neuesten Stand //

Werbung

2 Gedanken zu “Ein Appell an die Höflichkeit

  1. davon kann ich ein lied singen. soziale kompetenzen werden heutzutage völlig aussen vor gelassen:
    bitte, danke, tür schließen, guten morgen, hallo, auf wiedersehen… habe ich als kind schon gelernt, aber heute ist das leider nicht mehr so wichtig, wie es scheint 😦
    liebe wochenendgrüße!

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s